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Im Kaff der Mordbuben
Die Bestien
Der blanke Horror von Brett McBean

In Billings Wäldern jagt man besondere Beute ...

Festa wird härter. Was sich schon bei McBeans Die Mutter andeutete, bestätigt der Autor mit seinen „Bestien“.  Ein typisches Provinzkaff in Georgia, dessen hermetische Atmosphäre spätestens nach  Easy Rider auch allen USA-Ignoranten ein Gräuel sein dürfte, ist Schauplatz  perverser Lebensgewohnheiten. In solchen Orten ist der Sheriff König, wenn nicht Diktator. Der Ort Billings am Rande der Blue Ridge Mountains wird von einer abnormen Clique um den Polizeichef Hal Bailey und dessen Sergeant Dale White regiert. Auserlesene Polizisten und Bürger dürfen an den Menschenjagden und anschließenden Orgien teilhaben. Die verschworene Gemeinschaft hat sich perfekt im Griff. Morde und Vergewaltigungen finden in einer abseits gelegenen Hütte statt, die Menschenjagden in den Wäldern. Bisher konnte alles perfekt gedeckelt werden. Und sollte doch mal jemand  den Mund auf machen, wird er brutal bestraft.

Jim Clayton ist mit seiner Harley auf der Durchfahrt nach Atlanta und kehrt in Davey’s Tavern ein. Als er dem seine Tochter Darlene misshandelnden Polizeichef  Bailey die Nase bricht, schleppt man ihn in die Hütte und schließt ihn ein.  Dort liegt schon Craig, der einen Stand an einer Nebenstraße führte, wo er überfahrende tote Tiere und Blechdosen mit eingefangenen Seelen verkaufte.  Er hatte seine Blechdose Darlene verkauft, um von Schmerzen und Seelenpein erlöst zu werden. Die  Dose klaut sich irgendwann der Polizeichef, öffnet sie, nimmt eine Prise und damit scheint sein Untergang besiegelt.  Schließlich birgt diese Dose eine andere Seele und wer davon atmet,  erlebt fürwahr das Grauen des Vorbesitzers und sein eigenes dazu. Dieser Seelen- und Blechdosen-Tausch ist so verwirrend wie fantastisch. Haleys misshandelte und von ihm geschwängerte Tochter Darlene, als gequälte Teilzeit-Besitzerin der Dose in Leid gebadet, hilft Jim zu entkommen, als die Jagd auf ihn eröffnet wird.

Mitwisser der kranken Zustände im Kaff ist auch der Betreiber der Ortskneipe, Stan Davey, der in Amy Sinclair, eine unwissende Zahnarzthelferin,  verliebt ist. Er will sein Gewissen erleichtern, bevor er sich ihr ernsthaft nähert. Das ist geradezu gefühlvoll beschrieben inmitten des bürgerlichen Terrors. Ein wenig überstrapaziert sind die häufig spritzende Hirnmasse, oftmals in Verbindung mit der Erektion des Verantwortlichen. Ansonsten hat McBean die grauenhaften Vorkommnisse perfekt in einen Psychothriller eingebettet, der Nervenkitzel bis zum bitteren Ende sichert. Diese Mischung ist so innovativ wie sprachlich gediegen. Übrigens gut übersetzt von Doris Hummel.


Brett McBean: „Die Bestien“, Festa Horror TB, 350 Seiten, Lederimitat, 13,95 €

SIL





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