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Mord und Satire
Skorpione im eigenen Saft
Roman von Juan Bas

Dieser Roman rettet den Bücher-Herbst. Ein grandioser Wurf in Sprache, Dramaturgie und Geschichte. Ein Erlebnis für jeden Feinschmecker und Freund von Humor, Satire und  gepflegtem Zynismus. Spaß auch für Cineasten, Basken und ETA-Fantasten interessiert. Eine Orgie  in Satire. Tatsächlich, all diese Vorlieben werden bedient.  

Wer bislang dachte, mit Zarzuela oder gar  der entsetzlich  heruntergekommenen Paella hätte er  die Krone  spanischer Kochkunst und  Zubereitungsart  kennen gelernt, muss  nur einige  Seiten im Roman  blättern, um köstliche Speisen zu entdecken. Mir lief mehrmals  das Wasser im Mund zusammen.  Es sind die feinen raffinierten  Appetithäppchen des Baskenlandes. Tapas sind ja nun auch am Niederrhein in  Mode gekommen, aber was  uns Juan Bas bietet, kitzelt den Gaumen: Foie gras in Tempranillogelee mit karamellisierter  Birne   oder Carpaccio vom Wildschwein und frischerFoie mit grobem Meersalz und Portweinvinaigrette oder Geeiste Bloody  Mary mit Wodkagelatine und gebratenen Herzmuscheln  oder Frittiertes Artischockenherz mit Hummer und roter Paprika oder Seespinnen-Tartelette in Safran und Noilly Prat oder gebratene Jakobsmuscheln in Anis-Lauchsauce... Genug gelesen?

Pacho ist ein sympathischer Nichtnutz,  dem Papi die Unterstützung aufgekündigt hat.  In  einer Kneipe lernt er just in dieser Zeit  einen gargantuesken, vierschrötigen  Typen kennen, der ihm Schläge androht. Als  er einige Tage später mit Freunden einen Geheimtip besucht, eine verschwiegenene Tapa-Kneipe, erkennt er in dem Besitzer und genialen Koch  den Rüpel  wieder , genannt Anton Astigarraga, ferner nur noch  Asti genannt, denn die beiden  kommen sich näher und partizipieren am  gegenseitigen Respekt.  Als sich die Gelegenheit  bietet, überredet Pacho seinen Freund, im neuen  Restaurant “Weltkarte von Bilbao“ seine Köstlichkeiten  zu  kredenzen. Das Lokal wird ein voller Erfolg. Doch Pacho erfährt, dass sein Freund einst Vorkoster bei Diktator Franco gewesen war, und nach einem  missglückten Attentat, bei  dem er geopfert  werden sollte, einen Rachefeldzug führt.  

Der Roman wimmelt nur so von köstlichen Beschreibungen,  treffenden Metaphern und Skurrilitäten der geschmackvollen  und obszönen  Art. Fress- und Genusssucht gehen eine edle  Verbindung ein. 3 Sterne, in Zeichen: ***.

Juan Bas: „Skorpione im eigenen Saft“, geb. , Frankfurter Verlagsanstalt,  308 Seiten, 19,90 Euro

Jürgen Schild



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