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Humor des Lebens
Bech in Bedrängnis
Literatur-Satire von John Updike


Was für ein Buch. Alle Leserinnen und Leser, die einen Umweg um die Literatur machen, weil ihnen die Faselei eine Ranicki zu fad ist, die Thematik zu schläfrig oder die Wortdrechselei zu angestrengt, sei hiermit dringend Updike empfohlen. Nur ein Meister seines Fachs kann Literatur so unterhaltsam und schmunzelnd servieren, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will, obwohl es nicht gerade spannend ist.

Henry Bech, der jüdisch-amerikanische Autor, der einen Bestseller gelandet hat, wird vom jovialen amerikanischen Botschafter in Prag zu Kafkas Grab geführt. ”In der Tschechoslowakei (1986) kam er sich hoffnungslos unwürdig vor, das glücklose Land schien in ihm ein Symbol der Hoffnung zu sehen.” Hier wird deutlich, dass Updike Literatur über Literatur geschrieben hat. Im zweiten Kapitel “Bech präsidiert” wird Henry von seinem Kollegen Izzy Thornbusch überredet, einer Stiftung vorzusitzen, die als Versammlung von 40 Malern, Schriftstellern, Komponisten und Bildhauern nur noch sich selbst erhält. Bech (“Menschen können Freunde sein. Schriftsteller nicht. Schriftsteller sind dazu verdammt, einander zu hassen.”) initiiert ein Verhältnis mit Martina O#Reilly, die ihn um einen Festschrift-Beitrag für Izzy gebeten hatte. “Bech witterte Sex, diese Andeutung ewigen Lebens”. Die Schilderungen und Diskussionen der übrig gebliebenen Künstler, deren Streben ihre eigene Perpetuisierung zu sein scheint, ist köstlich. Updike wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Realsatire und und detailbesessener Erzählung. Darüber hinaus sind seine Charakterisierungen gerade rührend. Die alternde Kreativ-Truppe, die wenn sie noch so leidenschaftliche diskutiert, stoppt sofort, sobald es ans Catering geht. Updike frönt hier einem Kulturpessimismus der selbst ernannten Kunstrichter, der in der Enthemmungsphase fortgeschrittener Demenz seine Komik findet.

Ein Rückblick ins Jahre 1972 zeigt Bech als Kritiker Hollywood afs Kronnimmt, indem erdie Knüller-Produktion anprangert und im besonderen einen windigen Agenten “Erzgauner” tituliert, was ihm eine Klage über fünf Millionen einbringt.

 

John Updike: “Bech in Bedrängnis”, Rowohlt Paperback, 284 Seiten



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