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Enthüllung aus der japanischen Halbwelt
Ich, Tochter eines Yakuza
Das Leben von Shoko Tendo

ja, es ist ihr Rücken

Es war an der Zeit, der Mystifizierung und Abenteuer-Legende dieser japanischen Mafia mal eine realistischere Ansicht entgegenzusetzen.  Dass dieser Insider-Blick auch noch von einer Frau, deren Vater Oyabun, also ein Boss dieser Verbrecherorganisation war, stammt , macht die Enthüllung umso reizvoller. Das herrliche Rückentattoo auf dem Titel zeigt eine ästhetische Variante, im Innern des Buches fesselt die schonungslose Beichte einer jungen Frau, die das gesamte Kaleidoskop ihrer Herkunft und ihres Außenseiterdaseins durchleben musste.  

Vom Vater geschlagen, wenn er nach durchzechten Nächten in einer Hostessenbar nach Hause kam und sich seinem Jähzorn mit anschließendem Filmriss überließ, in der Schule als Yakuza-Tochter gehänselt, schnell mit Schnüffeln und härteren Drogen konfrontiert, zwecks Profilbildung frühzeitig in einer Jugendbande, den Yankees, von Männern zu Speed verführt und abhängig gemacht und natürlich zur Geliebten einiger halbseidener Männer gezwungen. Sie wird zu Unrecht verhaftet, vom Polizisten beim Verhör getreten, durchlebt  Jugendarrestanstalt und Erziehungsheim. Mehrfach versuchte sie den Ausstieg und wurde immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und geprügelt. Einen Schlussstrich zieht sie ausgerechnet, indem sie sich ein Ganzkörper-Tattoo machen lässt, das Abbild der berühmten Kurtisane Jigoku Tayuu, der Nummer Eins in ihrer Zeit. Symbol für sie, nicht mehr nur die Zweitfrau und Geliebte zu sein, sondern die Erste, ohne ihre Abstammung zu verleugnen, denn das Komplett-Tattoo ist quasi eine Yakuza-Uniform. 

Danach heiratet sie, bekommt ein Kind und schafft tatsächlich, sich ein neues Leben zu organisieren, nachdem sie um Haaresbreite durch einen Herzstillstand umgekommen war. Der japanische Verlag traute sich bei seiner Erstauflage so grad mal an 1000 Exemplare. Das Buch ist längst ein Bestseller in zahlreichen Ländern. Sinnvoll auch ein kleines Glossar, das einem japanische Begriffe ein wenig näher bringt.

Shoko Tendo „Ich, Tocher eines Yakuza“; geb., 234 Seiten, mit etlichen Schwarz-weiß-Fotos, 17,99 €
SIL


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