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Pressekampane war umsonst
Guido zwischen zwei Frauen
Schilds Wochenkolumne
Ist es nicht niedlich, wenn Deutschlands erster Medien-Kanzler ausgerechnet diesen Institutionen „Mediengewalt und Medienmanipulation“  vorwirft und dies völlig zu Recht. Verlierer dieser Wahl war nicht SPD oder CDU, Verlierer war die Presse. Dies wurde in der Elefantenrunde überdeutlich. Der Kanzler konnte seine Freude über den fehlgeschlagenen Versuch, durch Pressemacht Schwarz-Gelb auf den Thron zu heben, nicht verhehlen.

Entsprechend peinlich die öffentlich-rechtlichen Chefredakteure von ARD und ZDF, die Schröder synchron ins Wort fielen, sobald er deren Wahl manipulierende Prognosen von bis zu 49 Prozent für die CDU suffisant in die Runde warf. Das Volk hat dieser Art Presse eine klare Abfuhr erteilt, was für Schröder eine demokratische Leistung war.  Es ist schon beschämend, wenn die öffentlich-rechtlichen den eh von der Wirtschaft finanzierten Medien hinterherlaufen und sie dann sogar überholen – und das umsonst.

In breiter Front hatten Medien die Industrie-Parteien unterstützt. Selbst so Friseurladen-Magazine wie „max“ präsentierten in ihrer Wahlausgabe zwischen nackten Weibchen erfolgreiche, starke Frauen, die alle Merkel wollten. Sich seriös dünkende Zeitungen erläuterten just vor der Wahl in Titel-Headlines,  dass tausende Ausländer die Sozialhilfe erschwindelten. Das ist so durchschaubar, wie der Spiegel am Vorabend der Urabstimmung der IG-Metall den Schrecken ausmalte, dass deutsche Unternehmen sich im Ausland ansiedeln. Diese Tradition pflegt er seit 15 Jahren, um nun (in der Kirchhoff-Ausgabe) festzustellen, dass das Drama der meisten deutschen Autoproduzenten durch Manager verursacht wird.

Man kann das Votum der WählerInnen auch schlicht definieren: Sie haben von den Politikern die Schnauze voll, von den großen Parteien gründlich. Oder – der Souverän will keine Frau als Kanzlerin, erst recht keine Ossi und umgekehrt.
In der „überparteilichen“ (hihi)  öffentlich-rechtlichen Medienrunde wurde auch das ungezogene Verhalten der beiden Redakteure gegenüber dem Vertreter der neuen und erfolgreichen Linken deutlich: Ignoranz, wann immer es geht und schnell noch mal das Wörtchen Kommunismus zwischen die telegenen Zähnchen zischeln.
Auf dem Niveau sind unsere öffentlich-rechtlichen, deren Überparteilichkeit längst Vergangenheit ist. Auch diese Institution ist überholt. Wie sollen auch Fernsehanstalten, die zu einem Großteil von der Industrie finanziert werden und Vermögen für alberne Sportübertragungen ausgeben, noch wissen, was ihre Pflicht ist?  

Und nun zur Unterhaltung. Aussichtreich scheint mir die Koalition zweier Frauen mit Guido. Merkel und Roth auf einer Welle. (Ich kenne Leute, die sich jetzt erkundigen, wo sie ihren Pass abgeben können). Für die Grünen wäre es eine konsequente Entwicklung.

Jürgen Schild












































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