Ein Brite entspricht 1000 Afrikanern
Zweierlei Maß
Schild's Wochenkolumne
Grauenhaft das Leiden Unschuldiger. Dass die Kriegstreiber Reaktionen vergegenwärtigen müssen, ist nicht weiter verwunderlich. Es trifft nicht die Lügner wie Bush und Blair, die ihre Menschen verachtenden Entscheidungen auch fällen, weil sie sich ihrer persönlichen Unversehrtheit sicher sein können. Erstaunlich aber ist, dass die Scharfmacher und „neutralen“ Medien unisono diesen Terror frenetisch aufgreifen, der doch die zwangsläufige Folge der Politik ist. Zwischen 6 (Tageszeitungen) und 15 Seiten (Spiegel). Diese Gleichschaltung gibt zu denken. Natürlich spart es Arbeit, seitenweise Agenturmeldungen und Archivauszüge zu drucken. Zwei Tage später so ganz beiläufig eine Meldung über eine mehr als doppelte Todeszahl im Irak. Wo? Ach, ist nicht so wichtig. Früher nannte man dieses Verhalten Eurozentrismus. Eigentlich ist es die neue Kolonialpolitik, wenn ein Engländer 1 000 mal mehr „wert“ ist als eine Afrikanerin. Beliebtes Etikett für die Islamisten ist „Hassprediger“. Ja, was ist denn von Leuten zu halten, die von Kreuzzug (Bush) sprechen, die Kriege anzetteln (Bush) und die ständig damit drohen, Kriege zu beginnen (Bush)? Oder direkt klarmachen, dass sie die Umweltzerstörung weiter treiben (Bush). Getreu dem fundamentalistischen Dogma: Machet Euch die Erde untertan. Nur die anderen haben nichts davon. Und Schröder-Köpf läuft noch mal hin, um mit ihm zu reden.
Anstatt die Ursache des Terrors zu bekämpfen, ereifern sich viele an den Folgen. Vielleicht sollte man denen mal nen Tag in einem palästinensischen Lager spendieren, wo sie ständig damit rechnen müssen, aus der Luft bebomt zu werden. Seit Jahrzehnten. Ähnlich die Afghanen. Und die Iraker. Und viele in Papua-Neuguinea oder in weiten Teilen Afrikas und und und. Kinder, Frauen, Unschuldige wie die in London.
Ein kluger Mann hat man gesagt, wenn die Armeeführer oder Machthaber (oder Rumsfeld) sich mit ihresgleichen duellieren müssten, wäre die Welt friedlicher.
Zur Entspannung in diesen schrecklichen Tagen ein wenig Unterhaltung mit der netten grünen Claudia Roth. O-Ton: „Die USA sollen ihren nachhaltigen Niederschlag in der Blockadepolitik aufgeben.“ Die wollen wieder regieren? Sollen sie doch erst mal deutsch lernen.