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Prediger empfahl Attentat auf Chavez
Mordaufruf dementiert
Statt Polizei reagiert die US-Regierung
Kennen Sie Pat Robertson? Vielleicht aus Ihrer Tageszeitung, schließlich hat er einmal mehr das demokratische Antlitz Amerikas enthüllt. Dieser Mann war Präsidentschaftsbewerber und Fernsehprediger (in einigen unserer Medien heißt das auch Hassprediger, bezeichnet allerdings  meist Andersgläubige oder Systemkritiker), was kaum einen Unterschied macht. Jedenfalls hat  er zum Mord an Hugo Chavez, dem Präsidenten Venezuelas, aufgerufen. Dieser Südamerikaner steht mit dem Teufel im Bunde und hat Schreckliches vor. Er plant eine sozialistische Gesellschaft und will das Erdöl des Landes nicht mehr den Reichen im Norden gegen Dollar verkaufen, sondern armen Nachbarn im Austausch gegen Waren und deren landwirtschaftliche Erzeugnisse liefern. Und er spricht mit dem Dämon persönlich, mit Kubas Präsident Fidel Castro.

Hugo Chavez ist beliebt beim Volk und wird von der Jugend fast vergöttert. Alle träumen davon, sich aus der Abhängigkeit amerikanischer Konzerne zu befreien. Das erinnert sehr an das demokratische System, das Allende probierte. Heute fackeln die Amis nicht mehr so lange. Bei aufmüpfigen Systemen droht nun Infiltration, Invasion, Krieg.

Allerdings hat Außenamtssprecher Sean McCormack dementiert. Pats Aufruf spiegele nicht die Position der Regierung wider. Spätestens da wird es deutlich. Da kümmert sich also nicht die Polizei oder das FBI oder sonst ein Gesetzeshüter um Mordaufrufe, sondern es antwortet eine Regierungsbehörde. Gell? Und noch was Erhellendes: Der Bevollmächtigte von Rüstungsindustrie und Pentagon, Rumsfeld, hat verkündet, ein Attentat würde gegen die Gesetze verstoßen, „und wir tun so etwas nicht.“  Also ist Foltern auf Guantanamo und in Abu Ghoreib und das willkürliche Einkerkern von dunkelbärtigen Männern nun Gesetz. Ich bin sicher, die Amis lachen sich tot.
Falls Sie mitlachen möchten, hören Sie Zappa’s treffende Charakterisierung von Pat Robertson in „Jesus thinks you’re a jerk“ auf der „Broadway the hard way“.



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