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Der Zentralrat warnt ...
Und die Welt schaut zu
Schild's gnadenlose Glosse

Die Medien in unserem Land wirken selten so gleichgeschaltet wie bei Israels Gewaltdemonstrationen in Nahost. Bei manchen gehört dies offensichtlich zum Tendenzschutz. Da machen Blätter unverfroren mit „Raketen auf Israel auf“, obwohl nun jeder weiß, dass deren Wirkung in keinem Verhältnis zum jahrzehntelangen Bombenterror aus der Luft gegen Kinder, Frauen, Flüchtlinge und andere Unschuldige steht.  Das läuft traditionell nach dem Ami-Handling: „Da ist irgendwo ein Bösewicht (wir werden schon einen finden oder wir deklarieren einen) und dann bebomben wir sein Land oder das Land, wo er gewohnt hat oder wo er zuletzt gesehen oder zumindest vermutet wurde.“
Indem die EU auf Ami-Niveau geschwenkt oder besser: geschwankt ist, also den gewählten Palästinenser-Vertretern das Geld entzogen hat, hat sie Israel den Freibrief erteilt. Bomben auf Palästina, Syrien, Libanon etc. Israel hat den gewählten Arafat gedemütigt und bebombt und ebenso die gewählten Nachfolger. Die EU schaut zu, entzieht im vorauseilenden Gehorsam das Geld und schafft eine Lage, die den Konflikt befeuert. Ganz ähnlich Genschers Parteinahme für Kroatien, was letztlich den Jugoslawien-Krieg mit auslöste. Und jetzt zahlt die EU Soforthilfe für die Opfer im Libanon. „Unschuldige Menschen leiden“, stellte EG-Kommissar Louis Michel fest. Welch eine Einsicht. Das hätte man vorher haben können. Allerdings machen es ja die Medien nicht leicht. Die Israelis führen einen unerklärten Krieg gegen Libanon und man liest am ersten Tag: „Der Zentralrat der Juden warnt vor einseitiger Kritik an Israel.“ Und schon sind viele stille. Das geht schon zu lange, dass wir uns von diesem Rat erklären lassen, was Neutralität ist. Die israelische Armee hat die wichtigste noch befahrbare Straße von Beirut zur syrischen Grenze bombardiert, die von Krankenwagen und Flüchtlingen auf dem Weg nach Damaskus benutzt wird. Das sind die Fakten.

PS: Der einzige Querulant, der uns bei der WM in unserer behaglichen Partylaune belästigt hat, war Michel Friedman (ausgerechnet der Saubermann mit den schicken Hobbies), der uns in Nürnberg erklären wollte, welcher Iraner Fußball gucken darf und welcher nicht. Natürlich marschierte Claudia „Keife“ Roth im Gleichschritt mit. Semper idem.

Jürgen  Schild



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