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Poe’s Idee
Stirb ewig
Thriller von Peter James

Es gibt eine weltberühmte Geschichte von Edgar Allen Poe: Das vorzeitige Begräbnis. Und diesen Plot hat sich der Autor zu Eigen gemacht. In unserem Fall haben wir es mit der long, extended Version zu tun.

Aus einem Scherz wird fürchterlicher Ernst. Ein Junggesellenabschied dient dazu, dem neuesten Bräutigam Michael Harrison seine bisherigen Streiche heimzuzahlen. Übrigens scheinen die Briten über sehr rustikale Junggesellenabschiede zu verfügen. (In Spitzenunterwäsche mit Dildo an die Hängebrücke gefesselt).  Die Fete beginnt mit einem Zug durch die Pubs, auf dessen alkoholisiertem Höhepunkt der künftige Bräutigam, prächtig abgefüllt, nicht so richtig mitbekommt, dass ihn seine Saufkumpane in einen Sarg legen, diesen in die Grube lassen. Michael ausgestattet mit einem SoftPornoblatt, einer Taschenlampe und einem Walkie-Talkie,  benötigt geraume Zeit, um zu erkennen, wo er gelandet ist.  Seine Freunde verunglücken kurze Zeit später, der vorzeitig Begrabene kriegt es sogar per Funk mit.  Von den vier Junges überlebt gerade mal einer, aber auch nur kurze Zeit. Michaels Geschäftsfreund, der wegen Nebels nicht an der Tour teilnehmen konnte, aber wohl informiert war, taucht nun auf und will mit der trauernden Hinterbliebenen den Nutzen aus dem Verschwinden seines Partners ziehen. Dessen einziger Kontakt in seinem engen Gefängnis kommt zufällig mit einem minder bemittelten Abschlepphelfer zustande, da dieser das andere Walkie-Talkie gefunden hat. Aufgrund seiner Begriffsstutzigkeit macht er jedoch keinerlei Anstalten, Michael zu helfen.  Das sind wirklich bewegende Szenen, da man als Leser fast so verzweifelt wie der Protagonist. Und das geht über viele Seiten.

Der Autor hat um die Poe’sche Grundidee einige raffinierte Gags gewunden, die allerdings sehr spät zünden. Die Anlaufzeit, bis die Intrigen offenbar werden, könnte Ungeduldigen etwas lang werden. Blasser Ermittler. Ansonsten entschädigt das Ende mit einer Überraschung.

Peter James: „Stirb ewig“, geb., Scherz Verlag, 330 Seiten ?? EUR

Jürgen Schild


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