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Dien Bien Phu
Die Schlacht, die einen Kolonialkrieg beendete
Tatsachenroman von Harry Thürk

Zur Ehrenrettung der Franzosen sei gesagt, die meisten hielten es für einen schmutzigen Krieg, laut Thürk. Erst überfielen sie das Land zum Schutz ihrer Missionare (!), dann provozierte ihr Flotte wie später die Amis in Haiphong eine Gewaltaktion, der Tausende Vietnamesen zum Opfer fielen. Zu Beginn stellt Thürk u.a. Ho Chi Minh, Gründungsmitglied der französischen KP vor und seinen Freund und Strategen Giap, der im nächsten Jahr 100 wird und als genialer Stratege Vietnams und des 20. Jahrhunderts galt.

Thürk schildert anschaulich das Leben der Besatzungsmacht: „Was man in Paris fürs tägliche Schuhputzen bezahlte, reichte in Vietnam aus, um eine Gespielin einen ganzen Monat zu unterhalten.“ Gaston le Fou (der Verrückte) läuft in der Öffentlichkeit rum, und fordert jede Vietnamesin auf, ihm ihren "Arsch" zu zeigen, anhand dessen er seine Geliebte wiederfinden will.  Als Ministerpräsident Mayer  den Kommandeur von Westeuropa, General Navarre,  nach Indochina schickt, macht er ihm keine Hoffnungen. “Jedes Gebüsch ist Front, jede Straße, jede Hotelterrasse.“ Der General soll die Milliarden retten, die die Franzosen aus Vietnam ziehen.  Man will Vietnam in die französische Liga  zwingen. “Wir sind am Ende unserer Mittel ... Schon heute stützen wir uns in einer Weise auf die USA, die nicht nur bei mir persönliche Bedenken hervorruft ...“. Navarre wählt als Ort für die Entscheidungsschlacht Dien Bien Phu und somit Frankreichs Untergang als Kolonialmacht in Indochina.

Diese Dschungelfestung wurde später Symbol und Hoffnung für alle unterdrückten und kolonialisierten Völker der Welt. Denn zum ersten Mal konnten Freiheitskämpfer eine hochgerüstete Armee vernichten, die daraufhin das Land verließ. Vietnamesen mussten fortan gegen die USA um ihr Land kämpfen und besiegten mit Hilfe der internationalen Solidarität und Presse, die damals etwas objektiver war, auch diese Kriegstreiber.
Übrigens hat Thürk, der als DDR-Autor im Westen ignoriert wurde, mit „Der Tod und der Regen“ , abgesehen von Greene’s „Der stille Amerikaner“, wohl den authentischsten Roman über den Vietnamkrieg geschrieben.  Der Berichterstatter im Vietnamkrieg wurde  durch das von den USA eingesetzte Agent Orange  vergiftet und erlitt akuten Lungenschwund.

Harry Thürk “Dien Bien Phu“, Mitteldeutscher Verlag; 304 Seiten, 14,90 €

SIL









































































































































































































































































 



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