Die Obrigkeit vor dem Volk schützen
Ein Feindbild ist was Sicheres
Schild's Wochenkolumne
Sämtliche Veranstaltungen elitärer Führungszirkel müssen mittlerweile vor dem Bürger geschützt werden. Ob es nun G-7-Treffen, diverse Wirtschaftsgipfel oder wie jetzt in München militärpolitische Übereinkünfte sind, die sich als Sicherheitskonferenz geben. Sobald von Sicherheit die Rede ist, das hat der Bürger längst kapiert, ist nicht die Sicherheit des kleinen Mannes gemeint. Sicherheit im Amtsjargon bedeutet, Geld für Rüstung zur Verfügung zu stellen, demokratische Rechte einzuschränken, das jeweilige Einflussgebiet zu erweitern.
Frech fordert US-Kriegstreiber Rumsfeld permanentes Aufrüsten. Deutschland will seine Zahlungen von derzeit 1,4 % des Bruttoinlandsprodukts nicht auf 2,0 % erhöhen, verweist aber stolz auf seine Präsenz als zweitstärkste Truppe im internationalen Einsatz. Ja, wir sind wieder wer. Doch Sicherheit bringt uns das nicht. Auch nicht den Entführten, seien sie nun Spione, Beobachter, Berater oder was auch immer. Die (immer auch militärische) Außenpolitik agiert nie im Namen des Volkes.
Die real existierenden Machthaber wollen (übrigens erschreckend ähnlich wie 1914) ihre Einflusssphären sichern und vergrößern. Und da Atomkraft Macht ist, muss sie dem iranischen Regime und anderen missliebigen verweigert werden. Israel darf sehr wohl mit seiner Bombe drohen. Die schriftliche Fixierung der Atommächte über Abrüstung all ihrer Atomwaffen ist darüber prompt in den Hintergrund getreten. Nein, ein Feindbild ist jetzt wichtiger, und da kommen die Mullahs wie gerufen.