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Dschungel-Thriller
Amazonas
Von James Rollins




Der Auftakt ist ohne Zweifel  thrilling. Der  vermisste Agent Gerald Clark,  vor Jahren zum Schutz  einer Expedition unter Leitung des Wissenschaftlers Carl Rand verpflichtet, kehrt nach Jahren aus dem Dschungel zurück: Über und über von Krebswucherungen bedeckt, stirbt er in den Armen eines Missionars.  Die CIA wird hellhörig, als sich herausstellt, dass Clarc,  einarmig durch eine Kriegsverletzung, mit zwei Armen aus dem Dschungel zurückgekehrt ist. 
Erneut wird ein Team zusammengestellt, das im bislang unbekannten Teil des Amazonas-Dschungels nach dem Schicksal der Expedition fahnden soll.  Mit dabei Nathan Rand, der Sohn des verschollenen Wissenschaftlers,  dessen Freunde Manny, der einen Jaguar aufgezogen hat und Professor Kouwe, der bestens mit den Riten und Sprachen der Indianer vertraut ist.  Unweigerlich natürlich die CIA in Person von Frank O’Brien und  dessen Schwester Kelly. Die  Pharmaseite rekrutiert den unangenehmen Zane und die weitaus nettere  Asiatin Anna Fong. Dies alles beschützt von mehr oder weniger  wackeren Rangern. Die eigentlich sympathische MEDEA (Öko-Organisation)-Mitarbeiterin  Kelly  wird mit dem Geheimnis umwitterten Symbol des Indianerstammes Ban-ali konfrontiert, einer  Spirale mit zwei Auswüchsen, die eine blaue Hand umgibt: „Zwei Fragen beschäftigten sie: Gab es einen solchen Stamm der über mythische Kräfte  verfügte? Und falls ja  konnten dann zehn bewaffnete Ranger etwas gegen ihn ausrichten?“ Es  geht gegen das Böse, Ami-Fundamentalismus der reinen Art. Es fehlt auch ein wenig die Glaubwürdigkeit, dass es amerikanischen Pharmariesen um Umwelterhaltung geht. Bislang kennen wir aus dieser Richtung allenfalls die Schröpfung  der Bauern in den Entwicklungsländern, wenn sie für ihr traditionelles Saatgut Amerikanern Geld bezahlen müssen, weil die sich ein Patent eines indischen Regenbaums gesichert haben,  die so genannte Bio-Patentierung.

Dieser Thriller im Dschungel des Amazonas ist ungemein  spannend und geheimnisvoll. Manchmal kippt er in die Fantasie, wenn  die  Expedition auf  Riesenkaimane von15 Metern mit unterarmlangen Zähnen trifft. Doch das hält sich in Grenzen und wird durch  die Story aufgewogen. Der Autor ist promovierter Veterinärmediziner mit Tierpraxis  in Sacramento, und das kommt Fauna und Flora des  Amazonas entgegen.

James Rollins: „Operation Amazonas“, Ullstein, 574 Seiten, 8,95 Euro

Jürgen Schild


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