Das Gütesiegel heimatlicher Qualität machte uns einst stolz. Eine angenehme Kompensation der düsteren Vergangenheit. Der Ruf deutscher Zuverlässigkeit begleitete uns in die Welt. Bis die Hochnäsigkeit – oder besser: Doofheit - deutscher Unternehmer die Entwicklung der Märkte glaubte ignorieren zu können. Das begann mit den belächelten Japanern. Als die Qualität und Vorherrschaft der Asiaten nicht mehr zu übersehen war – es reichte ein Blick in die elektronische Ausstattung deutscher Wohnzimmer – lag’s am Kurzurlaub japanischer Arbeiter, der Werktreue und an den billigeren Löhnen. Fakt ist, dass in den letzten 20 Jahren vor allem in Deutschland die Löhne relativ gefallen sind. Man reise durch Asien und lasse sich von japanischer Reiselust überwältigen. Dummes Gerede deutscher Industrieführer und ihrer willigen Lobbyisten, um die eigene Unfähigkeit zu kaschieren. Und es hört nicht auf.
VW und Mercedes glänzen mit Rückrufaktionen statt mit Hybridmodellen – auch hier sind uns die Japaner wieder voraus. Auf dem Niveau arbeitet auch die Verwaltung. Die Lebensmittelkontrolle schützt nicht unsere Gesundheit, sondern die Geschäftemacher, die uns das verdorbene Fleisch andrehen; unser Immunsystem wird aufs Äußerste strapaziert. Unsere Behörden entwickeln Passanträge für Muslime und regenerieren fleißig deutschen Rassismus. Richtig peinlich (und grauenhaft für die jungen Opfer und ihre Freunde und Verwandten) wird’s, wenn deutsche Bauingenieurskunst und TÜV-Sorgfalt nicht mal ein Dach bei Schnee halten. Wahrscheinlich hat man die Belastung in Zentimetern gemessen. Dass Pulverschnee ein anderes Gewicht hat als Nassschnee, dürfte jedem einleuchten. Die Vorboten waren bei RWE klar zu erkennen, als die Stromleitungen einknickten trotz der riesigen Summen, die der Konzern mit Regierungshilfe kassiert und die zu einem beträchtlichen Teil als Instandhaltungsgelder definiert werden, aber eben nur definiert. Welch eine Überraschung: Schnee im Winter.
Made in Germany, der Wert der Zuverlässigkeit – das war einmal. Es geht den Bach runter.
PS: Grotesk wird’s, wenn ein deutsches Magazin sich über das erste Auto der Chinesen lustig macht. Die Dumpfbacken haben nichts gelernt. In 10 Jahren spätestens lachen die Chinesen.