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Mord im Spielkasino
Moulin Rouge, Las Vegas
Szene-Krimi von Bill Moody

Der Jazzpianist Evan Horne leidet an einer Handverletzung. Um sich darüber im Klaren zu werden, ob er seinen Beruf zukünftig wieder aufnehmen kann, übernimmt er in einer Mall in Las Vegas den Einkaufsberieselungspart für die Kunden. Er wohnt in einem Haus seines alten Freundes und Professors Ace Buffington, der seine Frau verloren hat. Buffington träumt davon, für einen Vortrag oder ein Script über das alte Hotel Moulin Rouge Meriten einzufahren, die ihm einen Karriereschub liefern. Am zweiten Tag nach der Prunk-Eröffnung des Moulin Rouge war der Saxophonist der Hausband, Wardell Gray, tot in der Wüste aufgefunden worden. Da Evan Horne sich in Musikerkreisen bestens auskennt, erhofft sich sein Gastgeber klärende Recherchen. Die offizielle Version aus dem Jahre 1955 lautet, Wardell sei von einem Tänzer in die Wüste befördert worden, nachdem er in dessen Zimmer nach einer Überdosis Rauschgift aus dem Bett gefallen sei und sich das Genick gebrochen habe.

Das Besondere am Moulin Rouge war die erstmalige Zulassung von weißen und schwarzen Gästen  zu einer Zeit, als Sammy Davis Junior keinen Pool betreten durfte. Das Moulin Rouge liegt außerhalb des Strip und schloss nach einem halben Jahr völlig überraschend, obwohl es einen märchenhaften Umsatz gemacht hatte. War es den Neidern zu gewinnträchtig geworden? Der Mafioso Gallio möchte das Moulin Rouge wieder eröffnen und benötigt die Glückspiellizenzen.

Zu Beginn seiner Ermittlung vermutet Evan eher, dass der farbige Musiker jemandem in die Quere gekommen sei, weil er dessen Mädel angebaggert habe. Je tiefer Evan in die damaligen Hintergründe eintaucht, desto verworrener wird die Geschichte. Er trifft auf den ehemaligen Mafioso Gallio, dessen Leibwächter ihm handgreiflich klar machen, dass seine Recherchen nicht erwünscht sind. Doch Horne gibt nicht auf, versichert sich stattdessen der Hilfe seines Polizeikumpels Coop und beginnt eine Liaison mit der Verkehrspolizistin Natalie, die ihm ebenfalls hilft. Schließlich trifft er die ehemalige Tänzerin Louise Cody, die ihn bittet, ihre verschwundene Tochter Rachel zu suchen. Cody, die zur Eröffnungsrevue des Moulin Rouge gehörte, hat ein Tagebuch verfasst, von dem sich Evan Horne einiges erhofft.
Beri seinen Untersuchungen, fast 40 Jahre später, des mysteriösen Toded von  Wardell bewegt sich Evan in Jazzkreisen und trifft Musiker aus der Eröffnungsband. Nachdem er mit dem Nachfolger Wardells gesprochen hat, wird dieser ermordet.
Die Gerüchte und Mythen in der Jazzszene werden unterhaltsam vom Autor aufbereitet, schließlich ist er selber Schlagzeuger. Die Geschichte ist nicht so superspannend, aber die Atmosphäre swingt. Jazzliebhaber werden ständig nicken bei all den Anklängen, die Musikernamen und Schallplatten bieten.


Bill Moody: “Moulin Rouge, Las Vegas”, UT metro, 268 Seiten, 8,90 Euro


Jürgen Schild

 


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