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Wahlkampf kommt teuer
Aufregungen
Schild's Wochenkolumne
Man weiß gar nicht, über was man sich zuerst aufregen soll. Über die fade Pressekonferenz des Staatsschauspielers  Blair , dem es in zwei Stunden nicht gelingt, die einfache Frage „Ob die Intensivierung des Terrors auf britischem Boden mit dem Überfall auf Irak und der Vernichtung Tausender Zivilisten zusammenhängt?“  mit Ja zu beantworten.  Wer das nicht erkennt oder erkennen will, muss den Mund eigentlich nicht mehr öffnen. Was soll dabei schon rauskommen? Denker und Kritiker fragen sich, weshalb man überhaupt eine „westliche“ Demokratie in ihrem Unvermögen, Lobbyhörigkeit und Scheinheiligkeit in diesen Ländern durchsetzen sollte. Wem sollte das nutzen? Sicherlich den Profiteuren, und das ist nie das Volk. Nicht umsonst meinte Philippe von Orleans  nach dem Verrat der Julirevolution in Frankreich: „Von nun an werden die Bankiers herrschen.“

Wahlkampf ist eh schon schlimm. Aber Wahlkampf mit Mehrwertsteuer kommt noch teurer. Man sollte sich das immer wieder klar machen, wie viel Zeit  die von uns gewählten Verwalter benötigen, um einen Grund für ihr Dasein, den Sinn ihrer Arbeit zu erläutern.  Man stelle sich vor,  Schumi müsste vor jedem Rennen erklären, weshalb er aufs Gas drückt.  In der Zeit regieren sie nicht. Wie im Sommerurlaub oder im Parlament, wenn dort keiner ist, weil sie die wichtige Arbeit in den Ausschüssen treiben, so sagen sie immer. Ausschuss – das spricht schon für sich.

Zum Wahlkampf gehört natürlich das Diffamieren des Gegners, erst recht wenn Argumente oder Konzepte fehlen. Und da ist ja zum Glück ein neuer Feind wie Phoenix aus der Asche gesprungen: die Linkspartei. Da kommt dann ausgerechnet Joschka, „Spirale“ (wegen seiner Wendungen) Fischer und macht Oscar an, ohne den er nie ans Regieren gekommen wär. Ein Außenminister, der den Bombeneinsatz gegen jugoslawische Zivilisten mit der Vermeidung eines neuen Ausschwitz’ rechtfertigte. Und dies bei jeder unpassenden Gelegenheit ungefragt mitteilt; sein Unterbewusstsein arbeitet halt noch dran. Der Fischer hat eh kein Gedächtnis, ein Opportunist dieser Klasse mit Erinnerungsvermögen müsste sich so schnell drehen, dass die Zentrifugalkraft ihm eine chronische Gehirnerschütterung bescherte. Und wenn ich mir so anhöre, was er sagt – tja – hören Sie selbst.


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