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Mediendrama
Spielchen spielen
Satire von Sarah Sands

Sarah Sands weiß, wovon sie schreibt. Die Autorin veröffentlicht eine wöchentliche Kolumne im Daily Telegraph. Nicht weiter verwunderlich, dass ihr A. N. Wilson vom „Daily Telegraph“ bescheinigte: „ Jede Seite sitzt.“ Hintergrund und Katalysator ist die schöne hippe Medienwelt, wo er eigentlich nur noch ums Trimmeln geht. Patti Ward , trotz guten 550 jung gebliebene und hochattraktive „Journalistin“ ist Moderatorin, Stimme und Aushängeschild des Senders Doch die TV-Ikone sieht ihre bislang unangefochtene Rolle als Chef-Moderatorin und Zugpferd gefährdet als die junge, exotische Alexandra bei Sender anfängt. Anfängliches Revierpissen wird zu einem unverhohlenen Schlagabtausch, indem vor allem Patti alle Register zieht und krallig ihre Position verteidigt. Sie, deren Stärke  „ihr tief ernster Gesichtsausdruck angesichts von Weltkatastrohen war“ scheut sich nicht, den jungen Mann ihrer Konkurrentin anzumachen, auch nicht den jungen Bruder ihres Lebensgefährten, der – wie könnte es anders sein – auch beim Sender arbeitet.

Wir können genüsslich die Intrigen dieses Biests verfolgen und  trösten uns, dass sie irgendwann einen auf den Deckel kriegt, zumal sie hanabüchene Fehler in ihrer Karierre-Strategie macht. So zimmerte sie sich eine Vita zusammen, die allzu leicht als gefakt erkennbar wird. Sie ist kalt und rücksichtslos.„Pattis fürsorgliche Gestenzielten stets auf den Show-Effekt.“

Der Kampf einer älteren Frau um ihre Pfründe und Pfunde und die Bestätigung mit der jüngeren, die in ihrer Naivität noch dem Inhalt des Jobs den Vorrang gibt, ist fein illustriert und gut beobachtet, wenn auch mit satirischen Spitzen geschmückt. Allerdings warten die LeserInnen gespannt auf die Rache der „unschuldigen“ Konkurrentin und das zu lange und schließlich vergebens. Am Schluss scheint mir so ne Art Eigenzensur den möglichen Thrill zu verkleben. Doch das ändert nichts am kurzweiligen Lesegenuss.

Sarah Sands: „Spielchen spielen“ Zweitauseneins,, geb. , 286 Seiten  ISBN 3-86150-549-5

 

Jürgen Schild



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