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FA blamiert sich einmal mehr
Macho ohne Binde
Capello bleibt konsequent und geht
Wenn’s nicht so peinlich wär, käme man aus dem Lachen nicht mehr raus. England, wie keine zweite Fußballnation unter permanenter Erfolglosigkeit leidend, hat dank seines Verbands FA vor dem Europa-Turnier wieder alles getan, dass es auch so bleibt.

John Terry (Chelsea, für Insider Chelski), der so männlich rüberkommt, dass er nie lacht, verlor zum zweiten Mal die Kapitänsbinde. Nach dem ersten Verlust wegen Betrugs eines Mannschaftkameraden, dem er die Freundin ausspannte (natürlich ist Terry wie jeder brave Haushalts-Macho verheiratet), und der damit verbunden Presse-Hysterie, vertrat ihn anschließend Rio Ferdinand als Mannschaftsführer, dem dann Fabio Capello wieder die Binde abnahm, um sie Terry erneut zu verleihen. Just den Bruder Rios, Anton Ferdinand, soll Terry rassistisch beleidigt haben. Das ist gerade Mode in England, wo der Vampir von Amsterdam, Luis Suarez, den Franzosen von Manu, Patrice Evra, „negro“ nannte und dafür 8 Spiele gesperrt wurde, was wiederum seinen Klub Liverpool dazu brachte, die FA der Demontage zu zeihen.

Geschickterweise hatte ein Gericht die Verhandlung über Terrys Übel auf einen Termin nach der EM gelegt. Die englischen Gazetten, die immer noch von einem Titel träumen, gefielen sich in Wahnvorstellungen wie den Pokal schwenkenden Terry, der danach wegen Rasissmus’ verurteilt werde.

Da der Boulevard (allein aus diesem Grunde schon bleibt die Premierleague der Bundesliga überlegen) nicht locker ließ, fühlten sich auch einige Spieler animiert, für oder gegen Terry Stellung zu beziehen. Da reagierte die FA und entzog Terry die Kapitänswürde. Allerdings über Capellos Kopf hinweg. Und das lässt der nicht mit sich machen und erklärte das auch dem italienischen Fernsehen. Das wiederum ärgerte die FA, dass ihr Angestellter wagte, mit einem ausländischen Sender über Internas zu sprechen. Dabei war es Capellos Verdienst, endlich die WAG-Problematik gelöst zu haben. Women and Girlfriends (WAGs) der Nationalkicker (allen voran Victoria Beckham und Cheryl Cole) interessierten den Boulevard mehr als die Spieler, die dann auch immer mehr diesem Interesse frönten. Was waren die Engländer begeistert, als Capello mit eisernem Besen die Frauen aus Trainingslager etc. verbannte. Nur, dieser Capello lässt sich natürlich nicht vom englischen Fußballverband erklären, wen er zum Captain machen soll oder nicht, zumal er durchaus logisch anführte, dass der Fall nicht einer Sportgerichtsbarkeit unterliege und man ja wohl als unschuldig zu gelten habe, solange man nicht überführt sei.

Kurzum – Capello trat zurück, und für die Betreuung der Nationalelf gegen die Niederlande ist erst mal Stuart Pearce vorgesehen, genannt „Psycho“ wegen seiner Ausraster. Als Nachfolger Capellos wird allerdings Harry Redknapp, Manager der Spurs, gehandelt, der soeben vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen wurde. Laut „kicker online“ habe der über den Job noch nicht einmal nachgedacht. Von wegen. Es verging in den letzten Monaten kaum eine Woche, ohne dass er dafür gehandelt wurde, und Redknapp selber bekannte bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit, dass er diesen Ruf nicht überhören könne.

Jürgen Schild



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