Land der 1.000 Elefanten (Jun. 2003)
Spätestens seit Fertigstellung der „Brücke der Freundschaft“, die den Mekong zwischen Thailand und Laos überspannt, ist das ehemalige Königreich in den Blickpunkt des Touristen-Interesses gerückt.
Waren früher höchstens Globetrotter erpicht auf das stille Land am Mekong, so kombinieren nun immer mehr Reiselustige einen Trip nach Asien (vornehmlich Thailand) mit einem Besuch von Laos. Und die Thais praktizieren es seit langem. Sie reisen ins Nachbarland, um sich mal richtig von der Hatz auf Dollar, Yen und Euro zu erholen.
Wer aus dem hektischen Bangkok nach Vientiane kommt, ist zunächst von der Ruhe des Landes und der Freundlichkeit der Menschen angetan. Wer sich in die Freiluft-Restaurants am Ufer des Mekong begibt, trifft nicht häufig Laoten, die perfekt Deutsch sprechen. Das haben wir dem Erbe der DDR zu verdanken, die im Gegensatz zur BRD stattliche Entwicklungshilfe leistete. Größter Batzen war die Ausbildung laotischer Fachkräfte (etwa 2.000) vom Facharbeiter bis zum Doktor der Wissenschaften. Dennoch gehört Laos zu den ärmsten Ländern der Welt, auch dank der Sperrung von Krediten durch die Weltbank, inszeniert von den kriegslüsternen Amis, die immer noch GIs in diesem Land suchen. Die USA hatten Laos nie den Krieg erklärt, aber mehr Bomben auf das Land geworfen, als in Europa im 2. Weltkrieg gefallen sind.
Laos teilt mit den anderen beiden Indochina-Staaten Vietnam und Kambodscha französische Traditionen, die an Baustil und Ess-Kultur zu erkennen sind. Der „Dorf“ –Charakter Vientianes mit vielen Märkten und unasphaltierten Straßen bildet einen reizvollen Kontrast zu den Franzosen-Relikten mit Alleen und Triumphbogen. Unterkünfte in kleinen Hotels sind um die 20 Euro zu haben. In Vientiane hat sich eine preiswerte Guesthouse-Struktur entwickelt. Die Landeswährung Kip erhält man eher in Wechselstuben und gegen Bares als per Traveller Cheque. Man kann auch in (Thai-)Baht bezahlen.
Wer das Land sehen will, sollte sich in den Norden nach Luang Prabang begeben, in die alte Königstadt zwischen Mekong und Nam Khan. Geschichte auf jedem Meter. Pagoden und Durch das Tal des Nam Khan kämpften sich die Tuppen des Reichsgründers Fa Nhoum, hier wurden die Könige des Reichs Lane Xang (1000 Elefanten) gekrönt, bis man, um der ständigen Bedrohung durch die Burmesen Vientiane als Kapitale vorzog. Falls man mehr sehen will, sollte man sich Zeit nehmen, dann zum Glück ist dieses Land noch nicht allzu erschlossen.